SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD
Fachklinik für spezielle Schmerztherapie

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97980 Bad Mergentheim

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Erfahrung schon seit 1987
Auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V bieten wir Mitgliedern gesetzlicher Kostenträger Rehabilitationsbehandlungen an,  Patienten mit privater Krankenkasse erhalten eine Krankenhausbehandlung gemäß OPS 8-918. Die Klinik ist auch beihilfefähig.

Informationen zum Thema Schmerz und Schmerztherapie

Modifizierter und aktualisierter Beitrag aus dem Buch "Ambulante und stationäre Therapie chronischer Schmerze n", herausgegeben von R. Le eser, ärztl. Dir. der Bad Mergen theimer Schmerzkliniken. Enke Verlag Stuttgart (Nov. 1995, 2. Auflage), ISBN 3-432-9932-1 * (Beurteilung im Deutschen Ärzteblatt, Heft 27, 5.7.1996: Ausgereiftes Handbuch der Schmerztherapie mit einem vorzüglichen pharmakologischen Überblick)

.NEURALGISCHER SCHMERZ
(neuralgifor mer Schmerz)

Mit dem Begriff "neuralgischer oder neuralgifor mer Schmerz" ist die Neu ralgie gemeint, eine spezielle Erkrankung einzelner Nerven.

Die (echte) Neu ralgie ist gekennzeichnet durch eine attackenweise auftretender "heller" Schmerz im Ausbreitungsgebiet eines sensiblen (= Wahrnehmung / Empfindung betreffend) oder gemischten (= Wahrnehmung / Empfindung sowie Muskelaktivität betreffend) Nervs, im eigentlichen Sinne ohne Sensibilitätsstörung und ohne nachweisbare Ursache (Neu ralgia sui generis). Theoretisch könnte diese Schmerzform (echte Neu ralgie) jeden Nerv betreffen. Die Praxis zeigt aber, daß nur wenige Nerven dieses Krankheitsbild entwickeln können.

Wie kommt ein neuralgischer Schmerz zustande ?

Aus bisher ungeklärter Ursache, vermutlich aber durch Störungen im Metabolismus (= Stoffwechselvorgänge), ist die Nervenzelle nicht in der Lage, ein stabiles Membranpotential (= bioelektrische Aktivität an biologischen Strukturen mit abschließender, begrenzender oder trennender Funktion) von 60-90mV (= 60-90 tausendstel Volt) aufrechtzuerhalten, weshalb schon geringe taktile (= den Tastsinn betreffende) und thermische (= die Temperatur betreffende) Reize zu einer Depolarisation (= Verminderung oder Aufhebung der Spannung an der Trennschicht) und damit zu einem Schmerz führen können. Die nachfolgende Repolarisation (= Wiederaufbau der Spannung an der Trennschicht) erfordert von der Zelle eine hohe energetische Leistung, die dem ohnehin geschwächten Metabolismus (= Stoffwechselvorgänge) zusätzlich abverlangt wird. Mit jeder De- und nachfolgenden Repolarisation erschöpfen sich zunehmend die energetischen Reserven und das Membranpotential sinkt weiter ab, wodurch die Anfälligkeit auf depolarisierende (= Verminderung oder Aufhebung der Spannung an der Trennschicht bewirkende) Reize weiter zunimmt; damit tritt ein Circulus vitiosus (= Teufelskreis) ein, der aber im Rahmen der speziellen Schmerztherapie mit Hilfe von wiederholten Nervenblockade n mit einem lang wirkenden, örtlichen Betäubungsmittel nachhaltig unterbrochen werden kann (die sog. therapeutische Lokalanästhesie). Nervenblockaden in größerem Abstand (z.B. 2 x /Woche) reichen aber nicht aus, sondern es muß eine engmaschige Blockadeserie durchgeführt werden, optimal 2x/Tag über 14-12 Tage, auch an Wochenenden, was aber nur im Rahmen einer stationären Schmerzbehandlung möglich ist.

Folgende Krankheitsbilder / Schmerzsyndrome erfüllen die Kriterien einer (echten) Neu ralgie:

1) Trigeminusneuralgie (Supraorbitalneuralgie, Infraorbitalneuralgie, Quintus-Neu ralgie)

2) Intermedius-Neu ralgie (Genikulatumneuralgie, Hunt-Neu ralgie)

3) Glossopharyngeus-Neu ralgie

4) Laryngeus superior-Neu ralgie

5) Neu ralgie des Ganglion pterygopalatinum (Sluder-Neu ralgie)

6) Nasoziliaris Neu ralgie (Charlin Syndrom)

7) Okzipitalneuralgie (Okzipitalisneuralgie)

8) Spermatikusneuralgie (Samenstrangneuralgie)

9) Pudendusneuralgie

10) Mortonneuralgie (Morton Metatarsalgie, Interdigitalneuralgie)

Weitere "Neu ralgien", bei denen aber trotz dieser Bezeichnung kein neuralgischer Schmerz im Vordergrund steht, sondern eher ein Dauerschmerz oder länger anhaltende Schmerzepisoden:

11) Ischiasneuralgie (Ischias, Ischiasneuralgie, Ischiadikusneuralgie)

12) Interkostalneuralgie (Intercostalneuralgie)

13) Bing-Horton-Neu ralgie (Clusterkopfschmerzen, Nervus petrosus-Neuralgie)

14) Postzosterische Neu ralgie (Postzosterneuralgie, Zosterneuralgie)

15) Leistenneuralgie (inguinale Neuralg ie, Ilioinguinalisneuralgie)

Die einzelnen Krankheitsbilder:

1) Idiopathische Trigeminusneuralgie
Die Trigeminusneu ralgie ist gekennzeichnet durch an fallsartige Schmerzattacken mit maximaler Stärke und überwiegend kurzer Dauer (Sekunden). Der Schmerz bereich deckt sich mit dem Ausbreitungsgebiet des betroffenen Nerven astes. Die Schmerzanfälle können auch durch physiologische, taktile (= den Tastsinn betreffend), thermische oder propriozeptive (= den Eigenreflex betreffende) Reize ausgelöst werden. Häufige Triggermechanismen (= Auslösemechanismen) sind Kauen, Sprechen oder bestimmte Gesichts bewegung en, die Berührung bestimmter Hautareale, die Einwirkung von Wasser oder generell Kälteexposition. Meistens sind bei der Trigeminusneuralgie Triggerpunkte bzw. Triggerzonen (= Punkte, Zonen, die einen Schmerz auslösen können) identifizierbar.
In der Regel tritt die Schmerzattacke streng einseitig auf (5% beidseitig) und überwiegend im 2. und 3. Ast (ca. 4% 1. Ast) (Thoden 1987). Die Beschwerden treten oft periodisch auf, schmerzfreie Intervalle sind häufig. Manchmal gehen die Attacken der Trigeminus-
Neuralgie auch in äußerst schmerzhafte längere Salven über. Bei stärksten Schmerzattacken treten Zuckungen der Gesichtsmuskulatur hinzu (Tic doulour eux).
Im Anfall ist die betroffene Gesicht
spartie meist leicht gerötet, bedingt durch den Schmerz kann Tränensekretion ausgelöst werden, was dann oft zur Verwechslung mit dem Cluster-Kopfschmerz führt, besonders wenn der 1. Ast betroffen ist. Im Unterschied zum Clusterkopfschmerz treten die Schmerzanfälle meist nur am Tage auf.
Bei der körperlichen Untersuchung sind die zugehörigen Nervenaustrittspunkte oft druckschmerzhaft (bei ca. 60%). Das weibliche Geschlecht und Patienten jenseits des 40. Lebensjahres erkranken häufiger an einer Tr
igeminusneu ralgie.
Diagnostik
: Ausführliche Schmerzanamnese
(= Vorgeschichte), neurologische Untersuchung, bei unklaren Befunden (z.B. neurologische Defizite) zusätzlich Röntgenaufnahme der Schädelbasis und CT, u.U. auch Kernspintomographie sowie Liquordiagnostik (= Untersuchung des Hirnwassers).

Medikamentöse Therapie der Tr igeminus- Neu ralgie: Als erste Wahl gelten heute Gabapentin oder Pregabalin, als 2. Wahl Carbamazepin. Die Kombination mit Baclofen hilft Gabapentin bzw. Pregabalin oder Carbamazepin einzusparen. Gute Resultate sahen wir teilweise auch unter einer Therapie mit Lamotrigin.
In der Regel sind bei dieser
Neu ralgie peripher wirksame Analgetika (= Schmerzmittel) ohne Nutzen, zentral wirksame allenfalls in hoher Dosierung.
Bei stärksten Schmerzattacken mit statusähnlichem Charakter hat sich die Verabreichung von Phenytoin als Kurzinfusion bewährt.

Bewährt hat sich bei der Tr igeminusneu ralgie auch die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) (Leeser et Hefermann 1989). Dabei werden je nach individueller Wirkzeit 2-3 x täglich die betroffenen Gesichtsnerven bzw. Nerven äste an ihren Austrittspunkten (Foramen supraorbitale, infraorbitale oder mentale) mit ca. 1 ml Bupivacain 0,5% blockiert und die im Anfall dominanten Schmerzareale und Triggerzonen flächenhaft mit ca. 2-3 ml Bupivacain infiltriert. Eine Leitungsanästhesie der Nerven maxillaris und mandibularis kann auch durch die Incisura mandibulae (= Einkerbung des Unterkiefer s nahe am Kiefergelenk) hindurch mit jeweils ca. 2-3 ml Bupivacain (0,5%) erfolgen. Nächst höhere Therapiestufen sind dann Blockaden des Ganglion cervicale superius oder Ganglion stellatum (= Schaltstellen im unwillkürlichen Nervensystem im hinteren Rachen - bzw. seitlichen Halsbereich).
Unter dieser konsequenten, täglichen Therapie kann dann eine bestehende Carbamazepin- (bzw. Gabapentin oder Pregabalin-) Medikation langsam ausschleichend reduziert werden, ohne daß wieder ein heftiger,
neuralgischer Schmerz auftritt.
Neurochirurgische Interventionen sollten
nur dann zum Einsatz kommen, wenn medikamentöse Behandlungsversuche erfolglos bleiben.
Nichtmedikamentöse Therapiemaßnahmen
haben sich bei diesem Schmerz (neuralgischer) nicht oder nur ungenügend bewährt.

2) Intermedius-Neu ralgie
Diese Gesichtsneuralgie ist gekennzeichnet durch einen streng einseitigen, attackenförmigen, lanzierenden Schmerz im Bereich des äußeren Gehörgangs mit Ausstrahlung in die Tiefe des Ohr es, zum Gesicht, bis hin zum Gaumen dach und Oberkiefer. Häufig strahlen die Beschwerden auch nach hinten bis und führen zu Nackenschmerzen. Oft gesellt sich eine Hypersekretion der Speicheldrüsen (= vermehrte Speichelbildung) dazu.
Neben der idiopathischen
(= eigenständige Erkrankung) gibt es auch eine symptomatische (= als Krankheitsfolge) Form bei Zosterinfektion des Gangl ion geniculi, wobei auch eine Fazialisparese (= Lähmung der Gesichtsmuskeln) auftritt.
Die Therapie der Wahl besteht bei der Intermediusneuralgie in der Verordnung von Antikonvulsiva
(= krampflösende Mittel) (Gabapentin oder Pregabalin als erste Wahl). Erfolgversprechend ist auch eine Serie von Blockaden des Ganglion stellatum - oder cervicale superius (= Betäubung einer vegetativen Schaltstelle im seitlichen Halsbereich bzw. hinter dem Rachen).
Bei der Hunt-Neu ralgie handelt es sich ebenfalls um eine Neu ralgie des Nervus intermedius, die aber im Zusammenhang mit einer Zoster-Infektion (= Gürtelrose) entstand.

3) Glossopharyngeus-Neu ralgie
Ein streng einseitig auftretender, neuralgischer Schmerz, der vorwiegend im Bereich des Rachens, des weichen Gaumens und des Zungengrundes auftritt, manchmal auch mit Ausstrahlung zum Oh
r hin oder in die Zähne, kennzeichnet diese Neu ralgie.
Eine weitere Ähnlichkeit mit der Tr
igeminusneu ralgie besteht darin, daß oft Triggermechanismen (= schmerzauslösende Mechanismen) im Schmerzbereich vorliegen.
Die Diagnose einer Glossopharyngeusneuralgie ist einfach, wenn durch Spateldruck in der Tonsillenregion
(= Mandelregion) eine typische Schmerzattacke ausgelöst werden kann. Teilweise geben die Patienten an, daß auch durch Gähnen oder ausgedehnte Zungenbewegungen ein Schmerzanfall ausgelöst werden kann.
Synkopen
(= kurze Bewußtlosigkeit) und Herzstillstände sind beschrieben, dürften jedoch äußerst selten sein. Manchmal strahlen die Beschwerden zum Mastoid (= Knochen hinter dem Ohr) aus, was zur Verwechslung mit der Intermediusneu ralgie führen kann.
Wie bei der Tr
igeminusneu ralgie kommen auch schmerzfreie Intervalle vor.

Therapeutisch gelten bei der Glossophar yngeusneu ralgie als Mittel der ersten Wahl Gabapentin oder Pregabalin, als zweite Wahl Carbamazepin. Hilfreich, vor allem wenn die Attacken nicht so häufig auftreten, ist bei dieser Neu ralgie auch eine Oberflächenanästhesie im hinteren Rachenbereich mit 2%igem Lidocain (= ein mittellang wirkendes örtliches Betäubungsmittel) in Sprayform. Mittels des langen und dünnen Auslaßröhrchens können die einzelnen Hübe ziemlich genau in den Triggerbereichen plaziert werden. Der Patient kann die Anwendung ohne weiteres vor dem Spiegel erlernen. Bei einer solchen Selbstmedikation muß wegen der Gefahr der Überdosierung die Anzahl der Einzelhübe und der möglichen Gesamthübe eines ganzen Tages vorgeschrieben werden.
Bei diesen Gesichtsschmerzen kann auch eine wiederholte Infiltrationsanästhesie
(= Spritzen mit einem örtlichen Betäubungsmittel) mit Bupivacain 0,5% versucht werden. Der Einstich erfolgt am oberen Rand des vorderen Gaumen bogens, ca. 1-2cm neben der Mittellinie.
Eine gute Therapiemöglichkeit bietet auch die Stellatumblockade oder Gangl
ion cervicale superius-Blockade (= Betäubung einer vegetativen Schaltstelle im seitlichen Hals- bzw. Rachen bereich).
Vor neurolytischen
(= nervenzerstörenden) Blockaden ist wegen der Gefahr der Nekrosebildung (= örtlicher Gewebstod) und nachfolgender Infektion dringend zu warnen. Nach Janetta (1967) können die neu ralgischen Beschwerden durch eine Kompression des Nerven durch die A. vertebralis (= Schlagader im Bereich der Wir belsäule) entstehen, wobei sich eine operative Dekompression (= Druckentlastung) anbietet.

4) Laryngeus-superior-Neu ralgie
Ein heftiger, neuralgischer Schmerz, der in der Regel sekundenlang (bis zu 2 Min) anhält, kennzeichnet diese Neu ralgie. Die Beschwerden werden hauptsächlich im seitlichen Kehlkopfbereich verspürt, nicht selten aber dominieren die Ausstrahlungen zum Unterkiefer (Kiefer
winkel) bis zum Ohrläppchen oder Gaumen und geben dann zur Verwechslung mit der Glossophar yngeusneu ralgie Anlaß.
Es bilden sich typische Triggermechanismen
(= Auslösemechanismen) wie Schlucken, Sprechen, Husten oder starkes Gähnen aus. Wie bei der Tr igeminusneu ralgie sind im Langzeitverlauf auch schmerzfreie Intervalle möglich. Die Beschwerden treten streng einseitig auf.
Der Nerv entstammt dem N. vagus
(= ein sog. Hirnnerv). Er tritt seitlich durch die Membrana thyroidea hindurch, wo er einer Betäubung mit einem Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) zugänglich ist. In hartnäckigen Fällen wird man sich zu Stellatumblockade n - oder Gangl ion cervicale superius-Blockaden (= Betäubungen einer vegetativen Schaltstelle im seitlichen Hals- bzw. Rachen bereich) entschließen.
Ansonsten gelten medikamentös als Mittel der ersten Wahl ebenfalls Gabapentin oder Pregabalin (2. Wahl Carbamazepin).

5) Neu ralgie des Gangl ion pter ygopalatinum (Sluder-Neu ralgie)
Diese Gesichtsneuralgie ist charakterisiert durch länger andauernde Attacken (bis zu 20 min, selten länger) die sowohl am Tage als auch in der Nacht auftreten können. Betroffen ist einseitig die Orbita
(= Augenhöhle), der innere Augenwinkel und die Nase nwurzel, oft mit Ausstrahlungen zum Oberkiefer, Rachen und Ohr.
Als charakteristisch gilt für diese
Neu ralgie ein an fallsartiger heftiger Niesreiz (Soyka 1989). Wie bei der Clusterneu ralgie tritt häufiger Tränen- und Nasenfluss auf. Oftmals läßt sich das Schmerzbild als Cluster-Kopfschmerz und Zervikalsyndrom auflösen, so daß die Sl uder- Neu ralgie als eigenständiges Schmerzsyndrom umstritten ist (Thoden 1987).

6) Nasoziliarisneuralgie (Charlin Syndrom)
Der Nervus nasociliaris ist ein sensibler Ast des Nervus opht
halmicus, der mit seinem Endast (N. infratrochlearis) die Unterlidschleimhaut sensibel versorgt.
Die einseitig auftretende Nasociliarisneu ralgie ist gekennzeichnet durch unterschiedlich lang anhaltende Schmerzattacke
n im Bereich des inneren Augenwinkels mit regelmäßiger Ausstrahlung zur Orbita (= Augenhöhle) und zum Nasenrücken. Während des Schmerzanfall s kommt es oft zu einer Rötung und verstärkten Schweißsekretion im Bereich der schmerzseitigen Stirn hälfte.
Triggermechanismen
(= Auslösemechanismen) sind beschrieben. Am Auge können entzündliche Veränderungen vorhanden sein.
Die Therapie der
Nasoziliarneuralgie orientiert sich an der des Cluster-Kopfschmerz es. Besonders zu empfehlen ist die intranasale (= in die Nase) Oberflächenanästhesie mit z.B. Lidocain-Spray 2% (= ein mittellang wirkendes örtliches Betäubungsmittel) . Hilfreich sind oft auch Infiltrationen im Gebiet des Gangl ion ciliare mit einem lang wirkenden Lokalanästhetikum oder Stellatumblockaden.

7) Okzipitalisneuralgie
Die primäre, idiopathische (= als eigenständige Erkrankung auftretende) Okzipitalneuralgie ist selten. Es tritt einseitig ein neuralgischer Kopfschmerz im Versorgungsgebiet des Nervus occipitalis major auf (Hinterkopf bis Scheitelhöhe).
Die Diagnose einer Occipitalneuralgie wird durch probatorische
(= zur Klärung der Diagnose durchgeführte) Nervenblockaden mit z.B. 1-3 ml Mepivacain (= mittellang wirkendes örtliches Betäubungsmittel) gesichert.
Wie bei der Tr
igeminusneu ralgie liegt häufiger eine atypische Form vor, gekennzeichnet durch meist einseitig auftretende Kopfschmerzen und längerfristigen Schmerzepisoden bis hin zu Dauerschmerzen.
Medikamentös
können zur Behandlung die Antikonvulsiva Carbamazepin, Gabapentin oder Pregabalin (siehe oben / Tr
igem inus-Neu ralgie) eingesetzt werden.
Die Wirkung einer wiederholten Betäubung / Blockade des Nervs mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel ist oft erstaunlich positiv.

8) Spermatikusneuralgie (Neu ralgie der Samenstrangs)
Diese Neu ralgie ist gekennzeichnet durch kolikartige, zum Damm ausstrahlende Samenstrang
- und Hodenschmerzen. Nicht selten wird die Neu ralgie durch eine Nervenschädigung des genitofemoralis ausgelöst.
Zur Behandlung der Spermatiku
sneu ralgie ist die kontinuierliche Blockade des Plexus lumbalis (= Nervengeflecht im Lendenbereich) mit Katheter (= eingepflanzter dünner Kunststoffschlauch) hilfreich.

9) Pudendusneuralgie:
Die Pudendusneuralgie kommt relativ selten vor. Symptom (= Krankheitszeichen): heftiger, zum Teil neuralgischer Schmerz im Geschlechtsbereich und der Damm
region. Die Krankheit wird durch mechanische oder entzündliche Schädigung des Nervus pudendus in der Beckenregion ausgelöst. Hierbei kann es zu einem Schmerz im After, Enddarm, Damm, Ha rnröhre, Scheide, Kl itoris sowie Penis und Hodensack kommen. Der Schmerzcharakter wird meist als diffus, manchmal aber auch als stechend, brennend, einschießend, ziehend oder nadelstichartig beschrieben.

10) Mortonneuralgie (Morton-Syndrom)
Bei der Mor ton-Neu ralgie klagen die Patienten über einen vorwiegend brennenden, i.d.R. anfallsar tig auftretenden Schmerz (neuralgischer) im Bereich der vorderen Mittelfußknochen mit Ausstrahlung in die Nachbarzehen. Druck auf die (mehr vordere) Fußsohle wirkt schmerz auslösend bzw. deutlich schmerz verstärkend.

11) Neu ralgie des N. ischiad icus
Eine echte Ischias-Neu ralgie (Ischiasneuralgie), als eigenständiges Krankheitsbild, gekennzeichnet durch häufige, at tackenförmige Sch merzen von wenigen Sekunden Dauer entlang des Nervenverlaufs (Rückseite Oberschenkel, hinterer und äußerer Unterschenkel, evtl. bis zur Groß zehe) ist selten.
Diese Neu ralgie kann erfolgreich mit wiederholten Ischias-Blockaden mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel behandelt werden. In hartnäckigen Fällen kommt die kontinuierliche Blockade / Betäubung mit Katheter
(= eingepflanzter dünner Kunststoffschlauch) zur Anwendung.

12) Interkostalneuralgie
Es bestehen ziehende, gürtelförmige Zwischenrippenschmerzen entlang einem oder mehreren Zwischenrippenräumen mit typischen Druckpunkten paravertebral
(= neben der Wirbelsäule), in der Axillarlinie (= von der Achselhöhle abwärts) und paramedian vorn (= neben der Mittellinie vorne). Betroffen sind die sog. Zwischenrippennerven (Nn. in tercostales). Daß diese Sch merzen pa roxysmal, also streng at tackenförmig auftreten, wie es aufgrund des Begriffes "Neu ralgie" anzunehmen wäre, kommt relativ selten vor, in sofern ist der Begriff "Interkostalneuralgie" nicht ganz zutreffend, besser wäre "Interkostalneuropathie".

13) Bing-Horton-Neural gie
Haupt- und Leitsymptom (= hauptsächliches und richtungsweisendes Kran kheitszeichen) bei der Horton-Neuralgie ist ein streng einseitig, in aller Regel periorbital (= um das Auge herum) oder frontotemporal (= Stirn -/ Schläfe nbereich) in Attacken und vorwiegend nachts auftretender Kopfschmerz von unerträglicher Intensität und einer durchschnittlichen Dauer bis zu wenigen Stunden. Überwiegend wird der Schmerzcharakter mit bohrend oder brennend angegeben. Typischerweise, jedoch nicht obligat (= zwingend), kommt es zu Tränenfluß und konjunktivaler Injektion (= Rötung des Auges), evtl. begleitet von Miosis (= Engstellung der Pupille) und Ptosis (partielles Hor ner-Synd rom) (= Verengung der Lidspalte) und Rhinorrhoe (= Nasenträufeln) als Begleitsymptome (= begleitende Krankheitszeichen).
Manchmal treten auch Übelkeit und Brechreiz auf, was zu Verwechslungen mit der Migräne führen kann.

14) Postzosterische Neu ralgie
Als postzosterische Neu ralgie (Zosterneuralgie) werden Nervenschmerzen bezeichnet, die nach dem Abheilen einer Gürtelrose (Herpes zoster) verbleiben. In der Regel liegen Dauerschmerzen vor, manchmal mit anfallsar tigen Schmerzverstärkungen. Genaugenommen erfüllt diese Schmerzkrankheit nicht die Kriterien einer echten Neu ralgie.

15) Leistenneuralgie
Mit dem Begriff "Leistenneuralgie" wird in der Regel ein (gewöhnlicher) Leistenschmerz bezeichnet, obwohl dieser nur in Ausnahmefällen streng anfal lsartig, also im Sinne einer echten Neu ralgie auftritt. Ein anfal lsartiger, einsch iessender Leisten schmerz strahlt nicht selten ins Genital (Hoden bzw. Schamlippe) und zur Innenseite des Oberschenkels aus. Leistenschmerzen werden auch als Inguinalschmerzen bezeichnet.

Besteht ein chronisches Schmerzsyndrom längerfristig, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Schmerzbehandlung kaum mehr ausreichend, sondern es muss im Rahmen von psychologisch /psychotherapeutische Interventionen auch eine spezielle Schmerzpsychotherapie erfolgen, was aber ambulant kaum möglich ist, weil es nur ganz wenige niedergelassene Psychologen gibt, die eine solche Weiterbildung absolviert haben.

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Viele gute Gründe sprechen für eine stationäre Behandlung in der SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD, so z.B.:

  • Reichhaltige Erfahrungen - in der Klinik werden seit 1987 ausschließlich Patienten mit chronischen Schmerzen behandelt.
  • Hohe fachliche Kompetenz, die Klinik bzw. der Chefarzt besitzt die volle Weiterbildungsermächtigung der Ärztekammer für das Fachgebiet „Spezielle Schmerztherapie".

Teilweise übernehmen auch Rentenversicherungen und Berufsgenossenschaften die Kosten. Zu weiteren Informationen (Behandlungsformen, Beantragung der Kostenübernahme bei den verschiedenen Kostenträgern, Schmerzambulanz usw.) gelangen Sie hier: http://www.schmerz.com/konzept-und-kostentraeger (einfach anklicken).

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Aktualisiert:>22.10.2009</> a&bl90-
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