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SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD
Fachklinik für spezielle
Schmerztherapie
Bismarckstr. 52
97980 Bad Mergentheim
Tel.:
+49(0)7931-545-0
Fax: +49(0)7931-545-131
Homepage: www.schmerz.com
Mail: schmerz@schmerz.com |
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Erfahrung schon seit
1987
Auf der Grundlage
des § 40 bzw. 111 SGB V bieten wir Mitgliedern
gesetzlicher Kostenträger
Rehabilitationsbehandlungen
an,
Patienten mit
privater Krankenkasse erhalten eine Krankenhausbehandlung
gemäß OPS 8-918. Die Klinik ist auch beihilfefähig.
Informationen zum Thema Schmerz und Schmerztherapie
Modifizierter und aktualisierter Beitrag aus dem
Buch "Ambulante und stationäre Therapie chronischer
Schmerze
n",
herausgegeben von R. Le
eser, ärztl.
Dir. der Bad Mergen theimer
Schmerzkliniken. Enke Verlag Stuttgart (Nov. 1995, 2.
Auflage), ISBN
3-432-9932-1 * (Beurteilung im Deutschen Ärzteblatt, Heft 27,
5.7.1996: Ausgereiftes Handbuch der
Schmerztherapie mit einem vorzüglichen
pharmakologischen Überblick)
.NEURALGISCHER SCHMERZ
(neuralgifor
mer Schmerz) Mit dem Begriff "neuralgischer
oder neuralgifor mer Schmerz"
ist die Neu ralgie gemeint, eine spezielle Erkrankung einzelner Nerven.
Die (echte)
Neu ralgie ist gekennzeichnet
durch eine attackenweise auftretender "heller"
Schmerz im Ausbreitungsgebiet eines sensiblen
(= Wahrnehmung /
Empfindung betreffend) oder
gemischten (=
Wahrnehmung / Empfindung sowie Muskelaktivität betreffend)
Nervs, im eigentlichen Sinne ohne Sensibilitätsstörung und ohne nachweisbare
Ursache (Neu ralgia
sui generis). Theoretisch könnte diese
Schmerzform (echte
Neu
ralgie) jeden Nerv betreffen. Die Praxis
zeigt aber, daß nur wenige
Nerven
dieses Krankheitsbild entwickeln können.
Wie kommt ein neuralgischer Schmerz
zustande ?
Aus bisher ungeklärter Ursache, vermutlich
aber durch Störungen im Metabolismus
(= Stoffwechselvorgänge),
ist die Nervenzelle nicht in der Lage, ein stabiles Membranpotential
(= bioelektrische Aktivität an
biologischen Strukturen mit abschließender, begrenzender oder trennender
Funktion) von 60-90mV
(= 60-90 tausendstel Volt)
aufrechtzuerhalten, weshalb schon geringe
taktile (= den
Tastsinn betreffende) und thermische
(= die Temperatur betreffende) Reize
zu einer Depolarisation
(= Verminderung oder Aufhebung
der Spannung an der Trennschicht)
und damit zu einem Schmerz führen können. Die nachfolgende Repolarisation
(= Wiederaufbau der Spannung
an der Trennschicht) erfordert von
der Zelle eine hohe energetische Leistung, die dem ohnehin geschwächten
Metabolismus (=
Stoffwechselvorgänge) zusätzlich
abverlangt wird. Mit jeder De- und nachfolgenden Repolarisation erschöpfen sich
zunehmend die energetischen Reserven und das Membranpotential sinkt weiter ab,
wodurch die Anfälligkeit auf depolarisierende
(= Verminderung oder Aufhebung
der Spannung an der Trennschicht bewirkende)
Reize weiter zunimmt; damit tritt ein Circulus
vitiosus (=
Teufelskreis) ein, der aber im
Rahmen der
speziellen Schmerztherapie mit Hilfe von wiederholten
Nervenblockade
n
mit einem lang wirkenden,
örtlichen Betäubungsmittel nachhaltig
unterbrochen werden kann (die sog. therapeutische
Lokalanästhesie). Nervenblockaden
in größerem Abstand (z.B. 2 x /Woche) reichen aber nicht aus, sondern es muß
eine engmaschige Blockadeserie durchgeführt werden, optimal 2x/Tag über 14-12
Tage, auch an Wochenenden, was aber nur im Rahmen einer stationären
Schmerzbehandlung möglich ist.
Folgende Krankheitsbilder /
Schmerzsyndrome erfüllen die Kriterien
einer (echten)
Neu ralgie:
Weitere "Neu
ralgien", bei denen aber trotz dieser Bezeichnung kein neuralgischer Schmerz im Vordergrund steht, sondern eher ein
Dauerschmerz oder
länger anhaltende Schmerzepisoden:
Die einzelnen Krankheitsbilder:
1)
Idiopathische
Trigeminusneuralgie
Die
Trigeminusneu
ralgie
ist gekennzeichnet durch an fallsartige
Schmerzattacken mit
maximaler Stärke und überwiegend kurzer Dauer (Sekunden). Der
Schmerz bereich deckt sich
mit dem Ausbreitungsgebiet des betroffenen
Nerven
astes. Die
Schmerzanfälle
können auch durch physiologische, taktile
(= den Tastsinn betreffend),
thermische oder propriozeptive
(= den Eigenreflex betreffende)
Reize ausgelöst werden. Häufige Triggermechanismen
(= Auslösemechanismen)
sind Kauen, Sprechen oder bestimmte
Gesichts
bewegung
en, die
Berührung
bestimmter Hautareale, die Einwirkung von Wasser oder generell Kälteexposition.
Meistens sind bei der
Trigeminusneuralgie Triggerpunkte bzw. Triggerzonen
(= Punkte, Zonen, die
einen
Schmerz auslösen
können) identifizierbar.
In der Regel tritt die
Schmerzattacke
streng einseitig auf (5% beidseitig) und überwiegend im 2. und 3. Ast (ca. 4% 1.
Ast) (Thoden 1987). Die Beschwerden treten oft periodisch auf,
schmerzfreie Intervalle sind häufig. Manchmal gehen die Attacken der
Trigeminus-Neuralgie auch in
äußerst schmerzhafte längere Salven über. Bei stärksten Schmerzattacken treten Zuckungen der
Gesichtsmuskulatur hinzu (Tic doulour
eux).
Im Anfall ist die betroffene
Gesichtspartie meist leicht gerötet, bedingt durch den
Schmerz kann
Tränensekretion ausgelöst werden, was dann oft zur Verwechslung mit dem
Cluster-Kopfschmerz führt, besonders wenn der 1. Ast betroffen ist. Im
Unterschied zum
Clusterkopfschmerz
treten die
Schmerzanfälle
meist nur am Tage auf.
Bei der körperlichen Untersuchung sind die zugehörigen Nervenaustrittspunkte oft
druckschmerzhaft (bei ca. 60%). Das weibliche Geschlecht und Patienten jenseits
des 40. Lebensjahres erkranken häufiger an einer Tr
igeminusneu
ralgie.
Diagnostik: Ausführliche
Schmerzanamnese
(= Vorgeschichte), neurologische
Untersuchung, bei unklaren Befunden (z.B. neurologische Defizite) zusätzlich
Röntgenaufnahme der Schädelbasis und CT, u.U. auch Kernspintomographie sowie
Liquordiagnostik (=
Untersuchung des Hirnwassers).
Medikamentöse Therapie der Tr
igeminus-
Neu ralgie:
Als erste Wahl gelten heute Gabapentin oder Pregabalin,
als 2. Wahl Carbamazepin. Die
Kombination mit Baclofen hilft Gabapentin
bzw. Pregabalin oder Carbamazepin
einzusparen. Gute Resultate sahen wir teilweise auch unter einer Therapie mit Lamotrigin.
In der Regel sind bei dieser
Neu
ralgie peripher wirksame
Analgetika
(=
Schmerzmittel)
ohne Nutzen, zentral wirksame allenfalls in hoher Dosierung.
Bei stärksten
Schmerzattacken mit statusähnlichem Charakter hat
sich die Verabreichung von Phenytoin als Kurzinfusion bewährt.
Bewährt hat sich bei der Tr
igeminusneu
ralgie
auch die
therapeutische Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel)
(Leeser et Hefermann
1989). Dabei werden je
nach individueller Wirkzeit 2-3 x täglich die betroffenen
Gesichtsnerven
bzw.
Nerven
äste an ihren Austrittspunkten (Foramen supraorbitale, infraorbitale oder
mentale) mit ca. 1 ml
Bupivacain 0,5% blockiert und die im Anfall dominanten
Schmerzareale und Triggerzonen flächenhaft mit ca. 2-3 ml Bupivacain
infiltriert. Eine Leitungsanästhesie der Nerven maxillaris und mandibularis kann
auch durch die Incisura mandibulae
(= Einkerbung des
Unterkiefer
s nahe am
Kiefergelenk)
hindurch mit jeweils ca. 2-3 ml Bupivacain (0,5%) erfolgen. Nächst
höhere Therapiestufen sind dann Blockaden des
Ganglion cervicale superius oder
Ganglion stellatum (= Schaltstellen im
unwillkürlichen Nervensystem im hinteren
Rachen
- bzw. seitlichen Halsbereich).
Unter dieser konsequenten, täglichen Therapie kann dann eine bestehende
Carbamazepin- (bzw. Gabapentin oder Pregabalin-) Medikation langsam
ausschleichend reduziert werden, ohne daß wieder ein heftiger,
neuralgischer
Schmerz auftritt.
Neurochirurgische Interventionen sollten
nur dann zum Einsatz kommen, wenn medikamentöse Behandlungsversuche erfolglos
bleiben.
Nichtmedikamentöse Therapiemaßnahmen haben sich bei diesem
Schmerz (neuralgischer) nicht oder nur ungenügend bewährt.
2)
Intermedius-Neu ralgie
Diese
Gesichtsneuralgie
ist gekennzeichnet durch einen streng einseitigen, attackenförmigen, lanzierenden Schmerz
im Bereich des äußeren Gehörgangs mit Ausstrahlung in die Tiefe des
Ohr
es, zum
Gesicht,
bis hin zum
Gaumen
dach und
Oberkiefer. Häufig
strahlen die Beschwerden auch nach hinten bis und führen zu
Nackenschmerzen.
Oft gesellt sich eine Hypersekretion der Speicheldrüsen
(= vermehrte Speichelbildung)
dazu.
Neben der idiopathischen
(= eigenständige Erkrankung)
gibt es auch eine symptomatische
(= als Krankheitsfolge) Form bei
Zosterinfektion des Gangl
ion geniculi, wobei auch eine
Fazialisparese (=
Lähmung der
Gesichtsmuskeln)
auftritt.
Die Therapie der Wahl besteht bei der
Intermediusneuralgie in der
Verordnung von Antikonvulsiva
(= krampflösende Mittel) (Gabapentin oder Pregabalin als erste Wahl).
Erfolgversprechend ist auch eine Serie von Blockaden des
Ganglion stellatum - oder cervicale superius
(= Betäubung einer vegetativen
Schaltstelle im seitlichen Halsbereich bzw. hinter dem
Rachen).
Bei der
Hunt-Neu
ralgie
handelt es sich ebenfalls um eine
Neu
ralgie des Nervus intermedius, die
aber im Zusammenhang mit einer
Zoster-Infektion
(=
Gürtelrose) entstand.
3)
Glossopharyngeus-Neu
ralgie
Ein streng einseitig auftretender, neuralgischer Schmerz,
der vorwiegend im Bereich des Rachens, des weichen Gaumens und des Zungengrundes
auftritt, manchmal auch mit Ausstrahlung zum Oh
r hin oder in die
Zähne,
kennzeichnet diese Neu ralgie.
Eine weitere Ähnlichkeit mit der Tr
igeminusneu
ralgie besteht darin, daß oft
Triggermechanismen (=
schmerzauslösende Mechanismen) im
Schmerzbereich vorliegen.
Die Diagnose einer
Glossopharyngeusneuralgie ist einfach, wenn durch Spateldruck in
der Tonsillenregion
(= Mandelregion) eine typische
Schmerzattacke
ausgelöst werden kann. Teilweise geben die Patienten an, daß auch durch Gähnen
oder ausgedehnte
Zungenbewegungen ein
Schmerzanfall
ausgelöst werden kann.
Synkopen (= kurze
Bewußtlosigkeit) und Herzstillstände
sind beschrieben, dürften jedoch äußerst selten sein. Manchmal strahlen die
Beschwerden zum
Mastoid
(=
Knochen
hinter dem
Ohr) aus, was zur Verwechslung mit der Intermediusneu
ralgie führen kann.
Wie bei der Tr
igeminusneu
ralgie kommen auch schmerzfreie Intervalle vor.
Therapeutisch
gelten bei der Glossophar
yngeusneu
ralgie als Mittel
der ersten Wahl Gabapentin oder Pregabalin, als zweite Wahl Carbamazepin.
Hilfreich, vor allem wenn die Attacken nicht so häufig auftreten, ist bei dieser Neu
ralgie auch eine Oberflächenanästhesie im hinteren
Rachenbereich
mit 2%igem Lidocain
(= ein mittellang wirkendes örtliches Betäubungsmittel)
in Sprayform. Mittels des langen und dünnen Auslaßröhrchens können die einzelnen
Hübe ziemlich genau in den Triggerbereichen plaziert werden. Der Patient kann
die Anwendung ohne weiteres vor dem Spiegel erlernen. Bei einer solchen
Selbstmedikation muß wegen der Gefahr der Überdosierung die Anzahl der
Einzelhübe und der möglichen Gesamthübe eines ganzen Tages vorgeschrieben
werden.
Bei diesen
Gesichtsschmerzen
kann auch eine wiederholte Infiltrationsanästhesie
(= Spritzen mit einem örtlichen
Betäubungsmittel) mit Bupivacain 0,5%
versucht werden. Der Einstich erfolgt am oberen Rand des vorderen
Gaumen
bogens, ca. 1-2cm neben der Mittellinie.
Eine gute Therapiemöglichkeit bietet auch die
Stellatumblockade oder Gangl
ion cervicale superius-Blockade
(= Betäubung einer
vegetativen Schaltstelle im seitlichen Hals- bzw.
Rachen
bereich).
Vor neurolytischen (=
nervenzerstörenden) Blockaden ist
wegen der Gefahr der Nekrosebildung
(= örtlicher Gewebstod) und nachfolgender Infektion dringend zu warnen. Nach Janetta
(1967) können die neu ralgischen Beschwerden durch eine Kompression des
Nerven
durch die A. vertebralis
(= Schlagader im Bereich der
Wir
belsäule)
entstehen, wobei sich eine operative
Dekompression (=
Druckentlastung) anbietet.
4)
Laryngeus-superior-Neu
ralgie
Ein heftiger, neuralgischer Schmerz, der
in der Regel sekundenlang (bis zu 2 Min)
anhält, kennzeichnet diese Neu ralgie. Die Beschwerden werden hauptsächlich im
seitlichen Kehlkopfbereich verspürt, nicht selten aber dominieren die
Ausstrahlungen zum
Unterkiefer (Kieferwinkel) bis zum
Ohrläppchen oder
Gaumen und geben
dann zur Verwechslung mit der Glossophar
yngeusneu
ralgie Anlaß.
Es bilden sich typische Triggermechanismen
(= Auslösemechanismen)
wie Schlucken, Sprechen, Husten oder starkes Gähnen aus. Wie bei der Tr
igeminusneu
ralgie sind im Langzeitverlauf auch schmerzfreie Intervalle möglich.
Die Beschwerden treten streng einseitig auf.
Der Nerv entstammt dem N. vagus
(= ein sog. Hirnnerv). Er tritt seitlich durch die Membrana thyroidea hindurch, wo er einer
Betäubung mit einem
Lokalanästhetikum
(=
örtliche Betäubungsmittel)
zugänglich ist. In hartnäckigen Fällen wird man sich zu
Stellatumblockade
n - oder Gangl
ion cervicale superius-Blockaden
(= Betäubungen einer
vegetativen Schaltstelle im seitlichen Hals- bzw.
Rachen
bereich)
entschließen.
Ansonsten gelten medikamentös als
Mittel der ersten Wahl ebenfalls Gabapentin oder Pregabalin (2. Wahl
Carbamazepin).
5)
Neu ralgie
des Gangl
ion pter
ygopalatinum
(Sluder-Neu
ralgie)
Diese
Gesichtsneuralgie
ist charakterisiert durch länger andauernde Attacken (bis zu 20 min, selten länger)
die sowohl am Tage als auch in der Nacht auftreten können. Betroffen ist
einseitig die Orbita
(= Augenhöhle), der innere
Augenwinkel und die
Nase
nwurzel, oft mit Ausstrahlungen zum
Oberkiefer,
Rachen
und
Ohr.
Als charakteristisch gilt für diese Neu
ralgie
ein an fallsartiger heftiger Niesreiz (Soyka 1989). Wie bei der Clusterneu
ralgie tritt häufiger Tränen- und Nasenfluss auf. Oftmals läßt sich
das Schmerzbild als
Cluster-Kopfschmerz und
Zervikalsyndrom auflösen, so daß die Sl
uder-
Neu
ralgie als eigenständiges
Schmerzsyndrom
umstritten ist (Thoden 1987).
6)
Nasoziliarisneuralgie
(Charlin
Syndrom)
Der Nervus nasociliaris ist ein sensibler Ast des Nervus opht
halmicus, der mit seinem Endast (N.
infratrochlearis) die Unterlidschleimhaut sensibel versorgt.
Die einseitig auftretende Nasociliarisneu
ralgie ist gekennzeichnet
durch unterschiedlich lang anhaltende
Schmerzattacke
n im Bereich des inneren Augenwinkels mit regelmäßiger Ausstrahlung zur
Orbita (= Augenhöhle)
und zum Nasenrücken. Während des
Schmerzanfall
s kommt es oft zu einer Rötung und verstärkten Schweißsekretion im
Bereich der schmerzseitigen
Stirn
hälfte.
Triggermechanismen (=
Auslösemechanismen) sind beschrieben.
Am Auge können entzündliche Veränderungen vorhanden sein.
Die Therapie der
Nasoziliarneuralgie orientiert sich an der des
Cluster-Kopfschmerz
es. Besonders zu empfehlen ist die intranasale
(= in die
Nase)
Oberflächenanästhesie mit z.B. Lidocain-Spray 2%
(= ein mittellang wirkendes
örtliches Betäubungsmittel) .
Hilfreich sind oft auch Infiltrationen im Gebiet des Gangl
ion ciliare mit einem lang wirkenden
Lokalanästhetikum oder
Stellatumblockaden.
7)
Okzipitalisneuralgie
Die primäre, idiopathische
(= als eigenständige Erkrankung
auftretende)
Okzipitalneuralgie
ist selten. Es tritt einseitig ein neuralgischer
Kopfschmerz im
Versorgungsgebiet des Nervus occipitalis major auf (Hinterkopf
bis Scheitelhöhe).
Die Diagnose einer
Occipitalneuralgie
wird durch probatorische
(= zur Klärung der Diagnose durchgeführte)
Nervenblockaden mit z.B. 1-3 ml Mepivacain
(= mittellang wirkendes örtliches
Betäubungsmittel) gesichert.
Wie bei der Tr
igeminusneu
ralgie liegt häufiger eine atypische Form vor, gekennzeichnet durch
meist einseitig auftretende
Kopfschmerzen und
längerfristigen Schmerzepisoden bis hin zu
Dauerschmerzen.
Medikamentös können zur Behandlung die Antikonvulsiva Carbamazepin,
Gabapentin oder Pregabalin (siehe oben / Tr
igem inus-Neu
ralgie) eingesetzt werden.
Die Wirkung einer wiederholten Betäubung / Blockade des Nervs mit einem
lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel ist oft erstaunlich positiv.
8)
Spermatikusneuralgie (Neu
ralgie
der Samenstrangs)
Diese Neu
ralgie
ist gekennzeichnet durch kolikartige, zum
Damm
ausstrahlende
Samenstrang
- und
Hodenschmerzen.
Nicht selten wird die Neu
ralgie
durch eine
Nervenschädigung
des genitofemoralis ausgelöst.
Zur Behandlung der
Spermatikusneu
ralgie ist die
kontinuierliche Blockade des Plexus lumbalis
(= Nervengeflecht im Lendenbereich)
mit Katheter (= eingepflanzter dünner Kunststoffschlauch)
hilfreich.
9)
Pudendusneuralgie:
Die Pudendusneuralgie kommt relativ selten vor.
Symptom (= Krankheitszeichen): heftiger, zum Teil
neuralgischer Schmerz im
Geschlechtsbereich und der
Damm
region. Die Krankheit wird durch mechanische oder entzündliche Schädigung des
Nervus pudendus in der
Beckenregion
ausgelöst. Hierbei kann es zu einem Schmerz im
After,
Enddarm,
Damm,
Ha
rnröhre,
Scheide, Kl
itoris sowie
Penis und
Hodensack kommen.
Der Schmerzcharakter wird meist als diffus, manchmal aber auch als stechend,
brennend, einschießend, ziehend oder nadelstichartig beschrieben.
10)
Mortonneuralgie (Morton-Syndrom)
Bei der
Mor ton-Neu
ralgie klagen die Patienten über
einen vorwiegend brennenden, i.d.R. anfallsar
tig auftretenden
Schmerz (neuralgischer) im
Bereich der vorderen
Mittelfußknochen mit
Ausstrahlung in die Nachbarzehen. Druck auf
die (mehr vordere)
Fußsohle wirkt
schmerz
auslösend bzw. deutlich
schmerz
verstärkend.
11) Neu
ralgie
des N. ischiad
icus
Eine echte
Ischias-Neu
ralgie (Ischiasneuralgie), als eigenständiges Krankheitsbild, gekennzeichnet durch
häufige, at tackenförmige Sch merzen von wenigen Sekunden Dauer entlang des
Nervenverlaufs (Rückseite
Oberschenkel,
hinterer und äußerer
Unterschenkel,
evtl. bis zur Groß
zehe) ist selten.
Diese Neu
ralgie
kann erfolgreich mit wiederholten
Ischias-Blockaden mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel behandelt
werden. In hartnäckigen Fällen kommt die kontinuierliche Blockade /
Betäubung mit Katheter
(= eingepflanzter dünner
Kunststoffschlauch) zur Anwendung.
12)
Interkostalneuralgie
Es bestehen ziehende, gürtelförmige
Zwischenrippenschmerzen entlang einem oder mehreren
Zwischenrippenräumen mit typischen Druckpunkten paravertebral
(= neben der Wirbelsäule),
in der Axillarlinie
(= von der Achselhöhle abwärts) und
paramedian vorn (=
neben der Mittellinie vorne).
Betroffen sind die sog. Zwischenrippennerven (Nn. in
tercostales). Daß diese Sch merzen pa
roxysmal, also streng at tackenförmig
auftreten, wie es aufgrund des Begriffes "Neu
ralgie"
anzunehmen wäre, kommt relativ selten vor, in sofern ist der Begriff "Interkostalneuralgie"
nicht ganz zutreffend, besser wäre "Interkostalneuropathie".
13)
Bing-Horton-Neural
gie
Haupt- und Leitsymptom
(= hauptsächliches und richtungsweisendes
Kran kheitszeichen)
bei der Horton-Neuralgie
ist ein streng einseitig, in
aller Regel periorbital
(= um das Auge herum)
oder frontotemporal
(=
Stirn -/
Schläfe
nbereich)
in Attacken und vorwiegend nachts auftretender
Kopfschmerz von unerträglicher
Intensität und einer durchschnittlichen Dauer bis zu wenigen Stunden.
Überwiegend wird der Schmerzcharakter mit bohrend oder brennend angegeben.
Typischerweise, jedoch nicht obligat (=
zwingend), kommt es zu Tränenfluß und konjunktivaler
Injektion (= Rötung
des Auges),
evtl. begleitet von Miosis
(= Engstellung der Pupille)
und Ptosis (partielles Hor
ner-Synd
rom)
(= Verengung der Lidspalte)
und Rhinorrhoe (=
Nasenträufeln)
als Begleitsymptome
(= begleitende Krankheitszeichen).
Manchmal treten auch Übelkeit und Brechreiz auf, was zu
Verwechslungen mit der Migräne
führen kann.
14)
Postzosterische Neu
ralgie
Als
postzosterische
Neu ralgie
(Zosterneuralgie) werden
Nervenschmerzen
bezeichnet, die nach dem Abheilen einer
Gürtelrose (Herpes
zoster) verbleiben. In der Regel liegen
Dauerschmerzen vor, manchmal mit anfallsar
tigen Schmerzverstärkungen.
Genaugenommen erfüllt diese
Schmerzkrankheit nicht die Kriterien einer
echten Neu
ralgie.
15) Leistenneuralgie
Mit dem Begriff
"Leistenneuralgie" wird in der Regel ein
(gewöhnlicher)
Leistenschmerz bezeichnet, obwohl dieser nur in
Ausnahmefällen streng anfal lsartig, also im Sinne einer echten
Neu
ralgie
auftritt. Ein anfal lsartiger, einsch
iessender
Leisten schmerz strahlt nicht selten ins
Genital (Hoden bzw. Schamlippe) und zur Innenseite des Oberschenkels aus.
Leistenschmerzen werden auch als
Inguinalschmerzen bezeichnet.
Besteht ein
chronisches
Schmerzsyndrom längerfristig, so
ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder
III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine
rein somatische
(= körperliche)
Schmerzbehandlung kaum mehr ausreichend,
sondern es muss im Rahmen von
psychologisch /psychotherapeutische Interventionen auch
eine
spezielle
Schmerzpsychotherapie erfolgen, was aber ambulant kaum möglich
ist, weil es nur ganz wenige niedergelassene Psychologen gibt, die
eine solche Weiterbildung absolviert haben.
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Aktualisiert:>22.10.2009</>
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